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Eine Zahl, die uns nicht loslässt

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Eine geöffnete, matte Box steht ganz selbstverständlich auf einem Nachttisch neben einer warmen Lampe

Die Weltgesundheitsorganisation hat vor gut zwei Jahrzehnten eine Zahl veröffentlicht, die bis heute zitiert wird, weil neuere Untersuchungen immer wieder in eine ähnliche Richtung weisen: In entwickelten Ländern nimmt im Schnitt nur etwa die Hälfte der Menschen mit einer Dauertherapie ihre Medikamente tatsächlich so ein, wie es eigentlich vorgesehen ist. Keine kleine Randnotiz, sondern eine Zahl, die uns beschäftigt hat, seit wir das erste Mal über Oxionix nachgedacht haben.

Was uns an dieser Zahl am meisten interessiert, ist nicht die Zahl selbst, sondern das, was dahinterliegt. Reines Vergessen ist nur ein Teil der Erklärung. Genauso oft brechen schlicht Routinen weg – ein Urlaub, ein stressiger Monat, ein veränderter Tagesablauf. Und manchmal spielt auch eine Rolle, dass man die eigenen Hilfsmittel lieber nicht sichtbar im Alltag stehen hat: in eine Schublade gelegt statt auf den Tisch gestellt, weil das Objekt selbst schon aussieht wie ein Hinweis auf etwas, über das man nicht ständig nachdenken möchte.

Genau an diesem Punkt setzt unsere Arbeit an. Wir können die medizinischen Gründe für eine unterbrochene Einnahme nicht lösen, und das maßen wir uns auch nicht an. Was wir beeinflussen können, ist die Frage, ob ein Objekt tatsächlich dort stehen bleibt, wo man es sieht und erreicht – statt weggeräumt zu werden, weil es nicht zur eigenen Wohnung passen will.

Wir wissen auch, dass das kein Versprechen auf eine Lösung ist. Eine gut gestaltete Box ändert nichts an Nebenwirkungen, an Kosten oder daran, wie kompliziert ein Behandlungsplan im Einzelfall sein kann. Aber wenn ein Objekt, das man gerne offen stehen lässt, auch nur einem Teil der Menschen hilft, eine Routine etwas leichter durchzuhalten, dann ist das für uns bereits ein guter Grund, so sorgfältig daran zu arbeiten, wie wir es gerade tun.